Neuapostolisch - Was ist das ?

Grundlage der Lehre der Neuapostolischen Kirche ist die Heilige Schrift. Verwendung findet im deutschsprachigen Raum die Lutherbibel in der Fassung der Übersetzung von 1984. Das Evangelium Jesu Christi bildet den Kernpunkt der Glaubenslehre. Ihre Hauptaufgabe sieht die Kirche in der Verkündigung dieses Evangeliums einschließlich der zentralen Verheißung Jesu Christi auf seine Wiederkunft, ferner in der Seelsorge.

Wie die ersten Gemeinden in der sog. "Urkirche" zur Zeit der ersten Apostel wird auch die Neuapostolische Kirche von Aposteln geführt. Die Apostel bereiten die Gläubigen auf die biblisch verheißene Wiederkunft Jesu Christi vor.

Gottesdienste

Gemäß der Aussage des Apostels Paulus, dass der Glaube aus der Predigt kommt, stellen die Gottesdienste das Kernelement zur Pflege des persönlichen Glaubens dar. Als nicht wegzudenkender Bestandteil des christlichen Lebens bieten sie immer wieder Gelegenheit zur Gemeinschaft mit Gott und mit Bruder und Schwester in der Gemeinde. Er wird als Wortgottesdienst gefeiert und in freier Predigt ohne vorbereitetes Manuskript gestaltet. Im Regelfalle wird die Hauptpredigt durch Co-Predigten ergänzt, um den Kerngedanken von verschiedenen Seiten zu beleuchten und den Gottesdienstteilnehmern Vielfalt zu bieten.

Aufgelockert wird der Gottesdienst durch musikalische Elemente vokaler und instrumentaler Art. Insgesamt hat die Musik in ihren unterschiedlichen Schattierungen einen großen Stellenwert innerhalb der Neuapostolischen Kirche - sie soll Gott zur Ehre und den Zuhörerinnen und Zuhörern zur Freude und Erbauung dienen.

In jedem Gottesdienst wird das Heilige Abendmahl gefeiert.

Die Gottesdienste stehen allen interessierten Menschen offen und sind keinesfalls eine Veranstaltung einer "geschlossenen Gesellschaft". Jeder kann sich überzeugen, wie wohltuend sich Ruhe und Seelenfrieden in der heutigen Zeit auswirken können.

Individuelle Seelsorge

Zusätzlich zu den Gottesdiensten bildet die individuelle Seelsorge in der Neuapostolischen Kirche einen traditionellen Schwerpunkt. Bei einem Verhältnis von etwa einem Seelsorger zu knapp 20 Gläubigen ist es eine der besonderen Stärken der Kirche, jedes Mitglied individuell seelsorgerisch begleiten zu können. Dabei darf erwähnt werden, dass diese ungewöhnlich erscheinende Relation keinesfalls ein Zeichen von "Überversorgung" darstellt. Da die Seelsorger in der Gemeinde sämtlich ehrenamtlich neben ihrem Hauptberuf für die Kirche tätig sind, können diese nicht, wie vermutet werden könnte, gewissermaßen "rund um die Uhr" für ihre Anvertrauten sorgen.

Bei der Seelsorge gilt im übrigen der Grundsatz, dass die Individualität des Einzelnen nicht beschränkt oder eingegrenzt wird. Die Eigenverantwortung jedes Menschen bleibt unangetastet.